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Home < German Pages < Das tiefere christliche Leben Das tiefere christliche Leben„Einen größeren Christus haben“ bedarf einiger Erklärung. Die Verwendung eines Komparativs wie „größer“ lässt darauf schließen, dass das herkömmliche Begreifen von Ihm einiges zu wünschen übrig lässt. Einen größeren Christus zu gewinnen bedeutet in etwas einzutauchen was viele ein „tieferes christliches Leben“ nennen. Wenn Leute von einem tieferen christlichen Leben reden, versuchen sie einen Mangel auszudrücken, den sie in der herkömmlichen christlichen Lehre und Predigt spüren. Sie fühlen, dass sie sich bewegen, ohne jedoch von der Stelle zu kommen, vielleicht wie ein Hamster in seinem Hamsterrad. Ihre Herzen leiden unter dem Mangel an Richtung und Sinn. Ihre Kirchen sind immer aktiv und streben nach der neuesten und heißesten Mode in christlicher Spiritualität. Es gefällt ihnen nicht zu hören, dass sie an Gottes Willen vorbeileben, weil sie diese eine bestimmte neue Sache nicht mitmachen. Sie fühlen sich dazu genötigt, sich oberflächlichen Verhaltensnormen anzupassen. Für einige sind Evangelisation und Dienst für Gott der Maßstab; für andere sind es Bibelstudium und Theologie; für andere wiederum ist der Schlüssel, gewisse übernatürliche Erfahrungen zu machen, so dass sie eine neue Ebene christlicher Kraft und Reife erreichen. Der Schwerpunkt besteht dabei jeweils darin, die „richtigen Dinge zu tun“ so dass man Gott gefällt. In einem solchen Umfeld stellt sich uns die Frage, wie wir uns von anderen Religionen unterscheiden, welche sich durch bestimmte Riten definieren, die dazu dienen eine bestimmte Gottheit zu besänftigen. Jesus verurteilt ein solches Verhalten wenn er sagt, „dies Volk ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir“ (Matth. 15,8). Genau wie bei denjenigen, zu denen er sprach, besteht unsere Anbetung, und unsere gesamte Beziehung zu Gott, hauptsächlich aus Regeln, die Menschen erfunden haben. Wir hatten anfangs keineswegs vor, den zentralen Aspekt, Gott zu erkennen und zu lieben zu verlieren, aber genau dies ist dann passiert. Jede Tradition verfügt über ihre ganz besondere eigene Vorliebe, aber es sind immer wieder die gleichen gefallenen menschlichen Tendenzen, die uns in diesen Traditionen unterstützen. Dies illustriert die uralte Verschiebung von Prioritäten vom „sein“ zum „tun“. Wo alles anfing Um zu erklären, was ich meine, möchte ich dich in den Garten Eden führen. Hier hat Gott Mann und Frau eine Aufgabe gegeben: „Seid fruchtbar und mehret euch. Füllt die Erde und macht sie euch untertan. Herrschet über alles . . . einschließlich den kriechenden Tieren (darunter fällt auch die Schlange)“ (1. Mose 1,28). Wir werden aber von dieser Geschichte im Garten her sehen, dass die Aufgabe, die Gott ihnen gab nicht zum Selbstzweck diente. Wichtiger als die bloße Erfüllung der Aufgabe war das Wie. Gott hat ihnen zwei Bäume mit sehr interessanten Namen gegeben: den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Gott hatte eine Lektion für den Menschen im Sinn die erst später, nämlich in Römer 3, 20 (und auch Gal. 3,11), genauer beschrieben wird: „weil kein Mensch durch die Werke des Gesetzes vor ihm gerecht sein kann.“ Denn was ist das Gesetz außer der Erkenntnis von Gut und Böse? Dieser Dualismus ist in allen großen Weltreligionen, in Romanen und Kinofilmen der unterschiedlichsten Kulturen zu finden. Der Gegensatz gut-böse ist jeher Bestandteil der menschlichen Natur, seitdem unsere Vorfahren auf die Erklärungen der Schlange hörten - die Schlange, über die sie eigentlich herrschen sollten. Was ihre Erfahrung uns gelehrt hat, ist, dass das Böse nicht durch die Überlegenheit des Guten untertänig gemacht werden kann, da das Böse und das Gute von ein und demselben Baum kommen, und dieser Baum immer zum Tod führt. Was benötigt wird, ist eine Quelle eines Lebens, das höher ist als der Bereich von „Gutes tun“ oder „Böses tun“. Als Jesus „gut“ genannt wurde, entgegnete er prompt: „Niemand ist gut als Gott allein.“ (Markus 10,18). Er weigerte sich, irgendjemandem zu erlauben, ihn als Quelle seines eigenen Tuns zu bezeichnen. Er wies jedoch ständig auf seinen Vater hin, der in ihm wohnte und ihn zu dem bewegte, was er tat. Er zeigte uns die Priorität von „Sein“ gegenüber „Tun“. Jesus kannte diesen Kampf gut, da der Versucher ihn dreimal in der Wüste wegen der gleichen Angelegenheit herausgefordert hatte: „Wenn du der Sohn Gottes bist, tue etwas, um dies zu beweisen.“ Es gab keinerlei Zweifel, dass Jesus derjenige war, den er vorgab zu sein. Aber der Versucher wollte, dass Jesus, der „letzte Adam“ (1. Kor. 15,45) sein Sein durch sein Tun zum Ausdruck brachte. Diese Art des Angriffs war so zentral in Gottes Zweck, dass dieser Kampf bis zu dem letzten Moment am Kreuz weiterging: „Wenn du der Messias bist, steige herunter!“ Aber Jesus hatte vom Vater gelernt, dass er sich nicht durch seine Taten zu etwas machen musste, was er schon war. Zurück zum Garten Eden. Genau dieser Trick hielt den ersten Adam davon ab, die Aufgabe zu erledigen, die ihm gestellt wurde. Die Schlange forderte Adam heraus, dass er zuerst wie Gott sein müsste um die Aufgabe zu erfüllen, für welche er erschaffen worden war. Aber Gott hatte schon gesagt, dass Er den Menschen nach Seinem eigenen Bild erschaffen hatte. Der Plan der Schlange war es, Zweifel über Gottes Worte zu säen („Hat Gott gesagt...?“). Aus dem gleichen Grund sollte Israel dann später daran scheitern, das Gelobte Land zu betreten (Hebräer 3,19), Adam schaffte es nicht, Gottes Plan für ihn zu erfüllen – er glaubte nicht, was Gott gesagt hatte. Aber die Gerechten leben im Glauben (Röm. 1,17), und der Glaube bestätigt, was wir darüber wissen, wer wir sind in Christus. Unser Handeln kommt aus unserer Identität in Christus, nicht umgekehrt. Die Umkehrung bedeutet, den Fehler im Garten Eden zu wiederholen. Was wir benötigen ist nicht, dass das Gute das Böse bekämpft, sondern dass das Leben beide ablöst. Lernt den Baum des Lebens kennen Also: was ist dieses Leben und wo erhalten wir es? Es ist das Leben Christi in uns, das ständig nach außen wächst. Wir müssen keine „Sucher“ sein, die hoffen, bei irgendeinem Workshop oder beim allerneusten Produkt darauf zu stoßen. Uns müssen einfach die Augen geöffnet werden, damit wir sehen, dass wir in Christus sind und dass er in uns ist. Die Bibel sagt uns, dass beides wahr ist: wir sind in Christus, gleichzeitig wohnt er in uns. Aber hast Du schon einmal überlegt, dass dies eigentlich unmöglich ist? Zwei verschiedene Dinger können nicht beide „in“-einander sein, es sei denn, sie sind überhaupt nicht voneinander getrennt. Hier stoßen wir auf die zentrale Wahrheit des Christentums: Wir sind mit Christus so komplett eins, dass alles, was über ihn wahr ist, auch über uns wahr ist. Christus ist unsere Kreismitte und unser Umfang geworden – unser Inhalt und Umfeld, unser Ein und Alles. Er ist für uns genau das geworden, was sein Vater für ihn war und ist. Genau wie Jesus lebte, einfach dadurch dass sein Vater in Ihm war, so leben wir, dadurch dass der Sohn in uns ist. Dies ist das “tiefere” Christenleben – oder, wie Watchman Nee darauf hinwies, ist es das “normale Christenleben”. Nee nannte es „normal“, nicht weil es üblicherweise von Gläubigen so verstanden oder erlebt wird, sondern weil es gemäß Gottes Plan der Maßstab für unser eigenes Leben ist. Es ist nichts neuartiges oder „geheimnisvolles“, dass Christus unser Ein und Alles wird. Aber diese Lebensart kann nicht auf ein 12-stufiges Programm eingeschränkt werden; sie hat daher nie eine große Anzahl von Gläubigen angesprochen. Wir mögen nicht, was wir nicht als „Tätigkeit“ bezeichnen können. Aus diesem Grund nehmen wir immer wieder Nebensachen auf und behandeln sie als Hauptsachen – nicht als die Nebenprodukte, welche sie eigentlich sind. C.S. Lewis nannte dies das „Prinzip der Hauptsachen“. Wir werden einen größeren Christus haben, wenn wir sehen, dass er der Anfang und das Ende unseres Glaubens ist (Rev. 1,8). In Ihm sind alle geistlichen Sachen zusammengefasst (Eph. 1,10). Wie Bruder Lorenz müssen wir die überflüssigen Aktivitäten und Traditionen, die sich nicht aus dem persönlichen Erleben der Einheit mit Ihm ergeben, aufgeben. Unser Streben ist: Ihn gut zu kennen – wir haben kein anderes Streben. Dies muss unser Ausgangspunkt sein: lernen, so mit dem Herrn Gemeinschaft zu haben, dass alles, was Sein Wille von unserem Tun verlangt, auf natürliche Art und Weise aus unserer Beziehung zu Ihm fließt. Wenn es eine lästige Pflicht wird, zu tun, was Er verlangt, können wir uns sicher sein, dass wir die Füße Jesu, wo Maria sitzt, verlassen haben, und uns ihrer Schwester Martha angeschlossen haben, und uns von etwas ablenken lassen, was uns nicht vom Herrn gegeben wurde. „Mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht,“ sagt er (Matt. 11,30). Dies sollte dir klarmachen, dass du nicht nach Gottes Anweisungen handelst, wenn dein Leben als Christ dir wie eine Last vorkommt. Wir können ihn in aller Einfachheit erkennen, indem wir lernen zu erleben, dass wir in ihm und er in uns ist. In Christus . . . in uns In Ihm sein heißt, dass die materielle Welt, die dich umgibt, nicht dein tatsächlicher Standort ist. Wie bei den Figuren im Film „Die Matrix“ ist das, was du um dich geschehen siehst, nur anscheinend wirklich. Es gibt eine andere Wirklichkeit, eine andere Welt, von der Paulus sagt, dass sie wirklicher ist als diejenige, die wir mit unseren Augen sehen (2. Kor. 4,18). Du existierst in dieser Welt, wo du mit Christus an die Rechte Gottes gesetzt wirst (Eph. 2,6). Du bist so mit Christus vereint, dass alles, was Ihm passiert ist, auch dir passiert ist. Er wurde gekreuzigt, begraben, auferweckt und auf den Thron gesetzt; deshalb bis du auch mit Ihm gekreuzigt (Gal. 2,20; 6,14), begraben (Röm. 6,4), auferweckt (Röm. 6,11; Eph. 2,5) und auf den Thron gesetzt worden (Eph. 2,6; Kol. 3,1-3). Wir sollten jedoch keineswegs glauben, dass diese Dinge für uns nur in einem weit entfernten, hypothetischen Sinn stimmen können – erinnern wir uns vielmehr daran, dass die geistliche Dimension nicht „irgendwo“ ist, sondern eine Wirklichkeit, die mit der gegenwärtigen materiellen Welt, in der du „lebst und webst und bist“, koexistiert. Wir müssen nicht darauf warten, bis diese Dinge nach unserem Tod für uns wahr werden, denn sie werden immer in der Heiligen Schrift als gegenwärtige Wirklichkeiten beschrieben. Um dies noch konkreter werden zu lassen: die andere Seite eines größeren Christus ist die Tatsache, dass er in uns ist. Er bewohnt unseren eigentlichen Geist und unsere Persönlichkeit auf eine Weise, die nicht fein säuberlich zerlegt und analysiert werden kann. Es ist wie das Mischen von Wasser mit Wasser: wenn sein Geist sich mit unserem Geist mischt, wird es unmöglich, zwischen seinem Geist und unserem Geist zu differenzieren (1. Kor. 6,17). Aus Gottes Sicht heißt dies: wenn Gott uns anschaut, sieht er Seinen Sohn. Fühlst du dich schuldig, als Gläubiger etwas getan zu haben, weswegen du sicher bist, dass Gott mit deiner Leistung als Christ unzufrieden ist? Dann beantworte diese Fragen: Hat der Vater jetzt in diesem Moment irgendetwas gegen den Sohn? Missfällt Ihm der Sohn auf irgendeine Art und Weise? Nein? Dann gilt dies genauso für dich! Du bist „in dem Geliebten begnadet“ (Eph. 1,6). Dies soll sich darauf auswirken, wie du dem Herrn begegnest, und soll dein Beten vom Trübsinn zum Lobpreis erheben. Wenn du deine Augen hebst und das Angesicht deines Vaters im Himmel suchst, wirst du immer ein auf dich gerichtetes Lächeln finden. Doch was ist mit deinem eigenen subjektiven Erleben der Einheit mit Christus? Hier werden Leute irritiert, hier verlieren sie das Vertrauen, dass Christus auch das getan hat, was er sagt. Christus wurde deine Lebensquelle – der neue Kern deiner Existenz. Er ist das neue Herz, das dir nach Hesekiel 11,19 verheißen wurde. Christus ist heute noch auf Erden . . . in dir! Du bist seine Tür in die moderne heutige Welt. Jeden Morgen fährt er mit auf die Arbeit oder zur Schule. Er begegnet so deinen Kollegen und deiner Familie. Er hilft bei den Haushaltspflichten. Er badet die Kinder, mäht den Rasen, macht Seine Hausaufgaben und schaut sogar deine Lieblingsfernsehsendungen! Du kannst Ihn von dir nicht trennen – er ist nicht irgendwo „da oben“, von wo aus Er deinem Tun „hier unten“ zuschaut. Er ist „hier unten“ in dir. Du kannst in deinem Leben nicht das „Geistliche“ von dem „Nicht Geistlichen“ trennen. Dachtest du, Gott würde nur an deinem Leben teilnehmen, wenn du in der Gemeinde bist oder betest oder in der Bibel liest? Wir schränken unser Verständnis der Tätigkeit Gottes sehr ein, wenn wir ihn auf diese Aktivitäten reduzieren. Nicht das, was man erwarten würde Ist dir schon einmal aufgefallen, dass Jesus die ersten 30 Jahre seines Lebens seine Zeit nur mit alltäglichen Dingen verbracht hat? Bevor er mit seinem Dienst begann, im Alter von ca. 30 Jahren, hat Jesus sein Leben einfach als Mensch verbracht. Er hatte Eltern und Geschwister (meinst du, sie haben sich immer gut vertragen?). Er arbeitete seit der Kindheit als Handwerker. Seine Hände hatten eine dicke Hornhaut und Narben von dem ganzen Schneiden, Hämmern und Hobeln. Er schwitzte, da er körperlich arbeitete. Er handelte mit zornigen Kunden und unehrlichen Verkäufern. Seine Tage verbrachte er nicht irgendwo auf einer Burg, wo er geistliche Bücher las und über Gott und den Himmel meditierte. Er war auf Erden und sein Leben war so normal, dass die Mitbürger seiner Heimatstadt schockiert waren als er bekanntgab, dass er der verheißene Messias war! Seinen äußerlichen Tätigkeiten nach war er ein gewöhnlicher Typ. Doch der Mann war Gott auf Erden! Das hast du nicht erwartet, oder? Das ganze Leben Jesu – ab dem Zeitpunkt seiner unspektakulären Geburt – bezeugt die „Gewöhnlichkeit“ der Tätigkeit Gottes auf Erden. Das Leben Christi zerbricht jede uralte Annahme über das „Geistlichsein“. Die Quelle seines Lebens lag nicht darin, was er getan hat, sondern wer er war und wer in ihm wohnte. Wir sehen also, dass „Christus in Euch“ unseren Erwartungen nicht unbedingt entspricht. Er offenbart seine Gegenwart auf eine Art und Weise, die wir nicht vorhersagen können. Erwarte nicht, dass Er die Welt um dich herum in ein zauberhaftes „geistliches“ Erlebnis umwandelt. Erwarte vielmehr, dass er in den Einzelheiten und alltäglichen Handlungen deines gewöhnlichen, weltlichen Leben steckt. Dort wohnt er am liebsten. Kommen wir jetzt zu der größten Quelle der Verwirrung bezüglich „Christus in Euch“: die ständige Gegenwart der Sünde und des Egoismus. Dies hat mir persönlich viel zu schaffen gemacht: der scheinbare Widerspruch zwischen „Christus ist euer Leben“ und „ich elender Mensch“ (Röm. 7,24). Das „schizophrene“ Erleben, das in Römer 7 beschrieben wird, ist eigentlich das Erlebnis jedes Gläubigen. Mit Christus sind wir gestorben und auferstanden, und er ist in uns, aber dies scheint unseren Taten zu widersprechen. Ein Grund hierfür ist das oben beschriebene Missverständnis darüber, wie das Leben Christi aussieht. Der andere Grund ist allerdings, dass du ein komplexes Wesen bist, das einer „entweder/oder“-Existenz nicht leicht angepasst werden kann. Gott hat dich erlöst und dir einen neuen Geist geschenkt (Ezek. 11,19), der in Christus ist. Aber er hat dir keinen neuen Körper, kein neues Gehirn geschenkt. Er hat diesen Schatz in ein irdenes Gefäß (2. Kor. 4,7) gegeben, das die Auswirkungen der langjährigen gefallenen Entscheidungen und Erfahrungen zu spüren bekommt. Er hat dies absichtlich gemacht. Er will, dass du von Ihm für dein Leben und deine Freude abhängig bleibst, deshalb lässt Er dich in diesem schwachen, bedürftigen Zustand – damit du es lernst, dich für alles an Ihn zu wenden. Auch Christus musste sich diesem Lernprozess in seinen Leiden hingeben (Heb. 2,10). Aber er will nicht, dass wir unsere Aufmerksamkeit auf das Gefallensein unseres „Fleisches“ richten. Unsere Aufgabe ist es, auf Jesus zu schauen (Heb. 12,2) und „nach dem zu trachten, was droben ist“, wo wir wirklich sind (Kol. 3,2). Diese materielle Welt ist wie ein Windhauch, sie wird schnell vergehen. Wie der Nebel sich in der Hitze der Morgensonne auflöst, so wird diese Welt bald vergehen. Wir befinden uns also in einer dualistischen Existenz. Wir sind neue Geschöpfe, die alte Kleider anhaben, aber wir sollten nie aufhören, uns daran zu erinnern: unsere Kleider sind nicht wir! Für diese schwierige Aufgabe brauchen wir die Hilfe unserer Geschwister in Christus. Zurück zu der Gemeinde Auf diese Weise kommen wir zurück auf die angemessene Übersetzung jenes großartigen Verses: „Christus in euch, die Hoffnung auf Herrlichkeit“. Dieses Leben wird ein derartiges Gleichgewicht nicht aufrechterhalten, wenn du alleine irgendwo bist und versuchst, dieses Spannungsfeld in den eigenen zwei Händen zu behalten. Du brauchst Brüder und Schwestern, die diese Dinge kennen, die dich jeden Tag daran erinnern können, dass du ein „Heiliger“, ein in dem Geliebten Begnadeter bist. Alleine wirst du diese Wahrheiten entweder vergessen oder falsch einordnen und die gegenwärtige Wirklichkeit deines Fleisches nicht direkt konfrontieren. Viele, die das „siegreiches Christenleben“ rühmen, können dies nur tun, weil sie nicht in enger Gemeinschaft mit anderen Gläubigen leben; ihre schlimmsten Mängel bleiben unentdeckt im glitzernden Schein der manchmal anmaßenden traditionellen Gemeindekulisse. Ich bin überzeugt, dass wir uns für den Gottesdienst hauptsächlich fein anziehen, um unsere Schwäche zu verstecken. In der Gemeinde lächeln wir und begrüßen einander in der Gewissheit, dass wir nur kurz vor dem Gottesdienst miteinander zu tun haben, dass bei Anfang des Gottesdienstes alle persönlichen Gespräche aufhören müssen. Dann sind wir sicher auf der Kirchenbank, von dem offenbarenden Licht des „Lebens im Leib“ geschützt.
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